Der Countdown zählt immer weiter runter

Shanghai ich komme! Von Tag zu Tag wird es erster, steigt die Aufregung in mir. Vor einiger Zeit traf ich die Entscheidung meinen Arbeitsplatz nach Shanghai zu verlegen. Anfangs war alles noch ein wenig fern. Aber was sind schon Monate. Die Tage in Deutschland werden immer weniger und Mitte Oktober rückt immer näher.

An dieser Stelle werde ich von meinen bisher längsten Abenteurer berichten.

So schliessen sich die Kreise

Es ist vollbracht! Ich habe Auckland lebend und in einem Stueck erreicht. Morgen gehts nochmal nach Auckland CBD und Uebermorgen zum Flughafen (genau wie der Hafen mit F) und dann bin ich auch schon fast wieder in der Heimat. Mit etwas Glueck bin ich am Karsamstag gegen 13 Uhr in Weimar.
Nun aber zu den Ereignissen der letzten Tage. Von Taupo aus hab ich mich immer schoen auf Nebenstrassen nach Norden bewegt. Zwischenziel: Cambridge. Auf dem Weg dorthin habe ich ein letztes Mal einen DOC-Campground angesteuert, der etwas abseits an einem aufgestauten Fluss lag.
In Cambridge habe ich ein paar Staustufen weiter auf einem Domaincamping mein Zelt aufgebaut. Aber erst als ich der guten Dame klar gemacht habe, dass ich die Minimalgebuehr von 40$ pro Site in der Hochsaison auf einem nahezu leeren Platz nicht zahle. Nach kurzer Diskussion war sie dann mit dem Normalpreis von 12,50$ einverstanden. Am naechsten Tag hatte ich eine Tour durchs Hobbiton gebucht, dem Drehort von den Aussenansichten vom Auenland von Herr der Ringe und dem Hobbit. Nur hinradeln musste ich erstmal selber und waere auch entspannt moeglich gewesen, wenn nicht ploetzlich die Staumauer fuer den Verkehr gesperrt worden war. So warteten 15km Bonus auf mich…aber ich hab es noch rechtzeitig geschafft und dann den Ausflug in die Welt der Hobbits sehr genossen. Anschliessend sagte mir meine Karte, dass in Morrinsville ein Campingplatz ist. Die Dame in der Touri-Info war anderer Ansicht und so bin ich notgedrungen noch 20km weiter bis Te Aroha geradelt. So wurde aus einem eigentlich sehr entspannten Tag doch noch eine anstrengende Etappe. Von Te Aroha aus ging es dann auf einer ehemaligen Bahntrasse in Richtung Thames. Doch da wo ich an meinem zweiten Tag die Bahntrasse angefangen hatte zu beradeln, verliess ich sie diesmal und folgte weiter der Strasse nach Miranda und genoss nochmal den Hot Pool auf dem Campingplatz.
Heute ging es dann auf einem anderen Weg zurueck nach Manukau bei Auckland und so geht mein grosses Abenteuer immer mehr dem Ende entgegen…wie gerne wuerde ich die Zeit nochmal zurueckdrehen und auf eine Reise durch Neuseeland starten. So vieles gibt es noch zu sehen…aber ich bin ja noch jung…
Henning

Taupo, die Zweite

Nach diversen Hehenmetern, die ich auf dem Weg von Napier aus ueberwunden habe bin ich nun in Taupo eingerollt (am Ende ging es schoen bergab). Allein gestern waren es wohl so 1400hm, die ich ueberwunden habe und der eine oder andere kam heute auch noch dazu. Und dann das alles auf der Hauptstrasse.

Nur noch wenige Tage bleiben mir noch auf meiner Reise. Beim ersten Besuch hier sah das noch ganz anders aus. Schlechtes Wetter war es damals und ich wollte hoch in die Berge. Nun will ich weiter nach Norden und das Wetter sieht recht gut aus. Ob das was zu sagen hat? Aber ist ja auch egal…ich hab es ja geschafft, wie so manches andere auch in der Zwischenzeit. So langsam beginne ich mich auch wieder auf zu Hause zu freuen. Endlich wieder schoene Lieder vom haelden, mal wieder die deutsche Sprache verbessern und nicht mehr jeden Tag 70km radeln muessen, um dann ein Zelt aufstellen zu muessen ;-). Aber so ganz vorbei ist es ja nun auch noch nicht. Ein paar Kilometer darf ich in Neuseeland noch hintermich bringen…

Henning

Napier

Was macht Napier so besonders? Nun bis 1931 war es ein kleines Staedtchen auf einem Fels am Meer. Dann gabs ein maechtiges Erdbeben mit 7,9 auf der Richterskala ein paar Kilometer draussen auf dem Meer. Was das Erdbeben nicht zerstoert hat, hat das anschliessende Feuer vernichtet und nur wenige Haeuser direkt auf dem Felsen haben alles ueberstanden. Aber das Beben hatte auch was Gutes und dem Meer einiges an Land entrissen, das nun Platz fuer eine neue Stadt bot. So begann der Neuaufbau. Da es schnell gehen sollte wurde beispielsweise der Baustiel festgelegt. Frei nach Henry Ford: Ihr duerft allees bauen, Hauptsache es ist Art Deco. Nach rund zwei Jahren war die neue Stadt fertig und noch heute sind ein Grossteil der Fassaden erhalten und sehr huebsch anzusehen. Allerdings meist erst ab der zweiten Etage wenn die Werbung der Geschaefte aufhoert.
Wettermaessig hat sich leider nicht viel geaendert. Ein grauer Himmel erstreckt sich bis zum Horizont und gelegentlich ist er ein wenig inkontinent.

Gestern hab ich meinen Masterplan der restlichen Reise fertiggestellt. In zwei Tagen bin ich hoffentlich wieder in Taupo, dann geht es weiter bis Suedlich von Cambridge, um dann einen Abstecher nach Hobbingen zu machen. Weiter geht es zurueck an den Firth of Thames nach Miranda und dann auf bekannter Strecke hinein nach Auckland, wo ich am 27. Maerz ankommen moechte. Naja und dann bin ich ja auch schon fast wieder in Deutschland.
Henning

des einen Freud, des anderen Leid

Oder anders ausgedrueckt: Gestern gabs Regen. Zum Glueck war ich schnell genug in Waipawa, sodass das Zelt schon stand, als der Regen begann. Ueber Nacht war es dann wieder Trocken und als ich heute losrradelte begann es erneut leicht zu Regnen. Aber mit Rueckenwind hab ich schon am fruehen Nachmittag Napier erreicht. Da ich bei dem Sturm und den Schauern nicht so recht viel Lust auf Stadtangucken habe, werde ich das auf morgen verschieben und Morgen berichten.
Zurueck zu den letzten Etappen. Von Eketahuna ging es erstmal entlang des SH2 zum TUI-Brewery Museum, welches irgendwie nicht so ganz ueberzeugt. Da Sonntagmorgen ist haelt sich der Verkehr noch in Grenzen. Kurz nach der Brauerei weiche ich auf eine Nebenstrasse aus, die mich bis kurz vor Dannevirke durch eine einsame Farmgegend fuehrt. Auf dem letzten Stueck bis in den Ort ist der Verkehr schon deutlich spuerbar, aber ich bin ja am Ziel angekommen und stelle mein Zelt auf dem Domain-Campingplatz ab. Viel los ist dort aber nicht. Aber es gibt Gehege mit Voegeln und Rehen und hungrige Enten tummeln sich auch an den Teichen, wollen sich aber nicht fotografieren lassen. Wahrscheinlich weil ich kein Brot uebrig habe. Die vier Scheiben Toast sind fuers Fruehstueck reserviert.
Ueber Nacht ziehen dann Wolken auf und bringen ein paar Tropfen Regen mit. Am morgen ist das Zelt aber schon fast wieder trocken. Nur wenige Kilometer geht es noch auf dem SH2, dann befinde ich mich wieder auf einer Nebenstrasse, die der Eisenbahn nsch Napier folgt. Das ist aber noch kein Grund, dass es keine Steigungen gibt…ich darf immer runter zum Fluss und dann wieder hoch, die Eisenbahnbruecke umgeht das immer :-( Aber wie bereits erwsehnt bin ich ja noch rechtzeitig in Waipawa angekommen.
Auch heute ging es wieder groesstenteils ueber Nebenstrassen Richtung Kueste. In Havelock North begann dann das, wie ich finde, recht durchdachte Radnetz, dass mich bis nach Napier gebracht hat. Keine engen Barrieren, kein grober Schotter…einfach angenehm.
Bis dann, Henning

Irgendwo im Nirgendwo

oder so aehnlich koennte man die Lage von so manchem „Staedtchen“ hier beschreiben. Eigentlich wollte ich bis Alfredton radeln und dort auf dem Domain Camping uebernachten. Aber alles kam anders…
20km vor Alfredton hatte ich meinen ersten Platten auf einer Radreise. Aus dem Hinterrad entwich langsam Luft. 3mal habe ich nachgepumpt und erreichte so die Domain, wo ich einen neuen Schlauch eingebaut habe. Danach sah ich ein wenig schmutzig aus und verschwitzt war ich such noch. So wollte ich nicht in den Schlafsack steigen und eine Waschgelegenheit gab es dort nicht wirklich. So hab ich mich wieder reisefertig gemacht und bin noch bis nach Eketahuna geradelt und hab dort einen sehr ruhigen, bestens ausgestatteten und auch noch sehr guenstigen Domain Campingplatz gefunden. Da ich ohnehin noch ein paar Tage Luft habe werde ich im nirgendwo von Eketahuna auch noch eine weitere Nacht verbringen und mich dann morgen auf den Weg nach Dannevirke machen, dann nach Waipukurau um dann Napier zu erreichen.
Bis dann, Henning

Durch die Trockenheit

Wellington habe ich nun verlassen. Ueber den Hutt River Trail und den Rimutaka Rail Trail und etwas Highway ging es nach Martinborough. Den Trails hat man aber durchaus angesehen, dass sie nicht fuer Radler mit Gepaeck gemacht sind. Immer mal wieder kamen Sperren, die mit einem MTB noch mit Absteigen und Schieben machbar waeren. Ich musste das Rad mehr zerren und schleifen. Auf dem Rail Trail reichte selbst das nicht mehr und dreimal musste das Gepaeck runter vom Rad. Ansonsten waren das zwei sehr sehenswerte Strecken und vorallem gabs keinen Kraftverkehr.
Auf dem Weg nach Masterton fuehrte die Nebenstrasse durch ausgetrocknete Weiden. Kein gruenes Grass, nur gelbe Halme…mal schauen wann die Natur ein einsehen hat und es regnen laesst. In Wellington wurde schon dazu aufgerufen mit dem Trinkwasser nicht mehr die Natur zu bewaessern. Ich hoffe ja mal das bis Ostern noch genug Wasser fuer mich da ist.
Henning

Wellington again

…und diesmal ohne Regen und Wolken.Bei blauem Himmel habe ich mir den botanischen Garten angeschaut und dabei mal wieder technische Hilfe in Anspruch genommen. Mit dem Cable Car ging es die 120m hoch. Das Cable Car besteht aus zwei Wagen, die mit einem Drahtseil verbunden sind. Dazwischen sind dann noch ein paar andere Bauteile, die ich mal uebergehen moechte. Der Kern ist: Ein Wagen faehrt hoch, waehrend der andere Wagen herunter faehrt. Alles klar?
Zuvor war ich noch bei der Legislative Neuseelands. Bis ins House of Representatives bin ich vorgedrungen.
Aber zurueck zum botanischen Garten…. Blumen ueber Blumen, Rosen in allen Farben und Kraeuter gabs auch in einer beeindruckenden Fuelle.
Im Hafen liegt die Queen Mary II und nun ueberlege ich, was ich noch anstellen koennte…essen waere mal nicht schlecht…also bis dann, Henning

Die goldene Bucht

Von Motueka aus ging es erstmal hoch. Wie so oft im Leben muss man sich die schoenen Sachen erst hart erarbeiten. Also 791m hoch und dann schoen auf der anderen Seite wieder runter nach Takaka. Von dort ging es dann leider etwas abseits des Wassers nach Collingwood, wo ich nahe dem Strand mein Lager aufschlug und den Rest des Tages entspannt habe. Am Tag darauf war es nurnoch ein kleiner Huepfer zum Farewell Spit, einer 27km langel Sandbank. Groesstenteils ist es ein Naturschutzgebiet, aber fuer eine 10(km lange Wanderung auf dem Strand reicht es dennoch.Aber kein Vogel wollte sich so recht von mir fotografieren lassen.Weiter ging es zu Wharariki Beach. Dort machte ich erneut halt um mein Zelt fuer zwei Naechte dort stehen zu lassen. Bei Ebbe bildet sich an dem wundervollen Sandstrand ein kleiner Pool, den die Seehundjungen als Spielplatz nutzen. Ein herrlicher Anblick. Aber auch die Natur dort oben ist einfach nur super und ruhig ist es auch noch.
Nach der kurzen Auszeit ging es dann 115km zurueck nach Motueka, wieder ueber den Takaka Hill. Diesmal jedoch die steilere Seite hoch. Und nun bin ich wieder in Nelson um morgen von der Suedinsel Abschied zu nehmen.
Bis dann, Henning

Auf zur Sonne

Irgendwie hab ich nicht so sehr viel Lust, mein Blut zu verschenken. Und da kam mir die Idee meine Route ein wenig zu aendern und nicht ueber den Lewis Pass nach Pictonn zu radeln, sondern ein wenig die Golden Bay zu erkunden. Wegen der knappen Zeit und weil ich einen Teil der Strecke schon Ende Januar geradelt bin nutze ich den Bus, der mich in einem Tag bis nach Nelson bringt. In Nelson ging gerade wunderschoen die Sonne unter als ich mein Gepaeck wieder auf dem Rad hatte Also schnell zum Campingplatz, damit das Zelt steht bovor es dunkel ist.
Gerade noch so geschafft. Beim Reiskochen in der Kueche ist es dann schon dunkel.
Heute ging es dann nach Motueka. Mal wieder etwas abseits der Strassen auf einem Radweg und sogar eine kleine Faehre war dabei. Die letzten 20km bis Motueka ging es dann aber doch wieder auf die Strasse, denn das Stueck des Radwegs soll erst im Juli fertig werden.
Henning